Jazz-Messe "Ligt-Mass"

Rückblick

Jazz Messe „Light Mass“ des litauischen Komponisten Vytautas Miškinis aufgeführt am 21. Juni 2026 mit dem Vokalensembles „FENESTRA“ Freiburg.

 
Musikalischer Triumph trotz tropischer Hitze
Am 21. Juni rollte eine tropische Hitzewelle über Freiburg hinweg und ließ die Thermometer auf schweißtreibende 42 Grad klettern. Doch selbst diese extreme Wetterlage konnte die Musikbegeisterten nicht aufhalten: Die Freiburger Kreuzkirche war sehr gut besucht. Schon bei den ersten Akkorden wurde spürbar, dass die drückende Schwüle wie weggeblasen war. Die Sänger*innen und Musiker*innen agierten mit absoluter Konzentration und zogen das tief bewegte Publikum augenblicklich in den Bann ihrer Klangwelt.
Für Laura Škarnulytė, die Gründerin und Leiterin des Vokalensembles „FENESTRA“ Freiburg, war dieser Abend ein ganz besonderer Moment – ein emotionales Heimspiel. Nach der erfolgreichen deutschen Erstaufführung des Werkes in Neuried und einem Auftritt in Straßburg bildete dieses Konzert den glanzvollen Höhepunkt der ambitionierten Tournee. Den ersten Teil leitete Laura Škarnulytė selbst mit einem kraftvollen A-cappella-Programm. Die Werke von Knut Nystedt, Felix Mendelssohn Bartholdy, Lina Kairyte und Donatas Zakaras entfalteten in der klaren Akustik der Kreuzkirche eine magische Atmosphäre. Zu einem emotionalen Ausbruch wurde Nystedts Komposition „Cry Out“, während das im Kontext des Ukraine-Kriegs entstandene Friedensgebet „Da pacem, Domine“ von D. Zakaras die Zuhörer tief berührte: Der Chor bildete einen lebendigen Kreis um den gesamten Kirchenraum und hüllte das Publikum in ein greifbares Pianissimo.
Der zweite Teil öffnete die Bühne für die Jazz-Messe „Light Mass“ des litauischen Komponisten Vytautas Miškinis. Dem Freiburger Publikum wurde die Ehre zuteil, den Meister selbst zu erleben, der eigens aus Litauen angereist war und das Dirigentenpult übernahm. In diesem Werk verschmilzt die klassische Liturgie organisch mit Elementen aus Jazz, Rock, Gospel und litauischer Folklore. Für die Tournee wurde die Fassung durch eine dynamische Bearbeitung mit Akkordeon ersetzt. Das hervorragende Instrumentalensemble mit Tadas Motiečius (Akkordeon), Johannes Kraft (Klavier), Bernardas Ručinskas (Kontrabass) und Timothée de La Morinerie (Schlagzeug) hielt meisterhaft den jazzigen Puls aufrecht.
 
Dieses Konzert markierte zudem einen wunderschönen persönlichen Meilenstein: Vytautas Miškinis begleitet Laura Škarnulytė auf ihrem musikalischen Weg, seit sie gerade einmal 17,5 Jahre alt war. Nun im selben Konzert gemeinsam den Chor und das Dirigentenpult in Deutschland zu teilen, war eine berufliche Freude höchsten Grades und eine sehr große Ehre. Die finalen Akkorde lösten einen regelrechten Sturm aus: Das Publikum brach in minutenlange Ovationen aus und es hielt niemanden mehr auf den Bänken. Die Energie erinnerte in ihrer stürmischen Intensität eher an ein italienisches Fußballstadion als an einen klassischen Konzertsaal. Es war ein Triumphabend, der bewies, dass große Kunst selbst eine Hitze von 42 Grad mühelos besiegt.
Eventuell noch dazu:
(Ein herzliches Dankeschön an Jolita Šilanskienė für die wunderbaren Fotos und Videos. Ein ganz besonderer Dank gilt allen Musiker*innen, Maestro Vytautas Miškinis, dem Vokalensemble FENESTRA Freiburg sowie allen Förderern und Partnern, die dieses außergewöhnliche Ereignis unterstützt und ermöglicht haben: der Vertretung Litauens beim Europarat, der litauischen Botschaft in Paris, der Kazickas Family Foundation, „Evangelisch in Freiburg“, dem Stadtkantorat Freiburg, der Pfarrgemeinde Freiburg West, dem Förderkreis Kirchenmusik Kreuz-Luther und der Evang. Kirchengemeinde Altenheim/Müllen.)